Tiefkühlwirtschaft

Die Tiefkühlwirtschaft ist in der heutigen Zeit nicht mehr weg zu denken. Wer möchte sich schon vorstellen, dass tatsächlich alle Waren wieder frisch zubereitet und verzehrt werden müssten oder auf herkömmliche Weise im Glas oder Dose bzw. getrocknet konserviert werden. Für viele Menschen ist dies ein Horrorszenario. Die Zubereitung von Tiefkühlprodukten jeglicher Art ist einfach. Dabei ist es egal, ob es sich um Fertiggerichte, einzeln eingefrorene Produkte oder Backwaren handelt. Innerhalb kürzester Zeit sind die Mahlzeiten fertig für den Genuss. In den letzten Jahren ist der Anteil der Tiefkühlkost im Verbrauch der Menschen stark gestiegen. Aber natürlich ist dies ein Trend, der sich nicht ewig so weiter entwickeln kann.

Eventuelle Folgen aus der Corona-Krise für die Tiefkühlwirtschaft

Vielleicht lächeln nun viele Leser und denken, dass die Corona-Krise sich doch nicht ernsthaft negativ auf die Tiefkühlwirtschaft ausgewirkt haben kann. Und doch wird man sehen, dass dies doch der Fall war bzw. ist. Der Grund ist nämlich folgender: Bei einem Lockdown ist es für jeden einzelnen Bürger notwendig, sich einen Lebensmittel- und Getränkevorrat für einen möglichst langen Zeitraum zu zu legen. Genau an diesem Punkt beginnt das Problem.

Wer täglich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause für seine Tiefkühllebensmittel gesorgt hat, weil er sowieso an dem einen oder anderen Supermarkt vorbei gekommen ist, wird niemals auf die Idee gekommen sein, dass es vielleicht notwendig sein könnte, sich einen großen Gefrierschrank oder gar eine Gefriertruhe für eventuelle Vorräte zu kaufen. Warum auch? Die Wohnung bietet gar nicht genug Platz für diese Küchengeräte. Und das Kühllager war ja gewissermaßen gleich um die Ecke – im Supermarkt.

Was aber passiert nun in einer solchen Ausnahmesituation? Richtig, man kann die bevorzugten Nahrungsmittel, die die Tiefkühlwirtschaft bereithält, überhaupt nicht ausreichend lange einlagern. Und nun?

Bedeutung der Tiefkühlwirtschaft in der Stadt und auf dem Lande

Und wieder werden viele die Augen verdrehen. Doch gibt es in der Art und Weise, wie sich die Menschen auf dem Lande bzw. in der Stadt versorgen, tatsächlich Unterschiede. Versuchen wir diese aufzuzeigen:

  • Die Größe der Wohnungen, der Häuser: Natürlich darf hier nicht pauschalisiert werden. Doch kann man davon ausgehen, dass eine größere Unterkunft auch bedeutet, dass man mehr Platz für Vorräte einplanen kann.
  • Die Infrastruktur: In der Stadt ist es meist überhaupt kein Problem, sich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause mit allem, was man braucht, zu versorgen. Große Lebensmitteleinkäufe sind also, wenn man nicht gerade für eine große Familie zu sorgen hat, eher nicht eingeplant. So ist der Kauf von Waren der Tiefkühlwirtschaft überhaupt kein Problem, wird es für gewöhnlich sofort zubereitet. Hier ist nicht in jedem Dorf mehr ein Discounter, ein Tante-Emma-Laden. So ist es notwendig, stets für mehrere Tage am Stück versorgt zu sein. Viele kaufen wochenweise ein, damit sie sich nur einmal pro Woche mit einem derartigen Großeinkauf belasten müssen. Wer gerne Waren der Tiefkühlwirtschaft verwendet, benötigt entsprechende Lagermöglichkeiten, wie Tiefkühltruhe oder einen Gefrierschrank. Kein Problem, da oftmals der Platz dafür vorhanden ist.

Was ist mit der Nachhaltigkeit?

Bereits in den vergangenen Jahren hat das Thema Nachhaltigkeit hohe Wellen geschlagen. Doch gerade jetzt zeigt es uns auch wieder, dass der Begriff Nachhaltigkeit viele Bedeutungen hat. Die Rohprodukte müssen schnellstmöglich vom Feld zur weiteren Verarbeitung gebracht werden. Denn je frischer die Produkte schockgefroren werden können, desto wertvoller sind sie für uns. Selbiges gilt natürlich auch für die Produkte, die zu Fertiggerichten weiterverarbeitet werden, egal, um welches Endprodukt es sich auch handelt. In Zeiten von Corona ist dies natürlich bedingt ein Problem. Es fehlen Erntehelfer direkt auf dem Feld. Es fehlen Mitarbeiter in der Produktion und im Lager. Das bedeutet letztlich, dass nicht die Mengen an den Endverbraucher ausgeliefert werden können, die man normalerweise erreichen könnte.

Die eigentlichen Produktionsschritte sind also durchaus aufgrund möglichst schneller Abläufe als nachhaltig zu bezeichnen. Aber was, wenn die Erntemengen nicht mehr aufgrund fehlenden Personals verarbeitet werden können und entsorgt werden müssen?

Nun, die Tiefkühlwirtschaft steht also, wie viele andere Wirtschaftszweige auch, vor organisatorischen Problemen. Sicherlich ist es wesentlich angenehmer für den Konsumenten, auf Produkte der Tiefkühlwirtschaft zurückzugreifen. Doch sollte man sich ebenfalls mit dem Gedanken arrangieren, auch auf Produkte anderer Konservierungsmethoden zugreifen zu können.

Was kann die Tiefkühlwirtschaft tun?

Natürlich ist es nicht möglich, tatsächlich jeden Haushalt mit ausreichenden  Kapazitäten auszustatten, um regelmäßig auf Tiefkühlprodukte Zugriff zu haben. Es ist aber die Frage, ob es mit Hilfe neuer Technologien neue Optionen der Zustellung geben könnte.  Vielleicht ist es an der Zeit, neue Vertriebswege zu finden, um die tägliche oder kurzfristige Versorgung sicherstellen zu können.

Nein, die Produktionswege an sich sind in Ordnung. Die Logistik zu den Verkaufsstellen sind ebenfalls sehr gut organisiert. Doch ist der Faktor Privathaushalt nicht wirklich planbar.

Neue Ideen sind notwendig:

  • Abonnement: Direktbelieferung des Endverbrauchers vom Hersteller
  • Regionale Auslieferungen durch einen gesondert dafür georderten Lieferservice
  • Einsatz von KI (Künstliche Intelligenz) zur Auslieferung in den Großstädten vom regionalen Zentrallager aus

Ja, zur Zeit ist es noch ein Spielen mit Ideen, mit Gedanken, mit Utopien. Und doch wird sich die Tiefkühlwirtschaft, wenn die „neue Normalität“, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben hat, Bestand haben wird, um neue Vertriebswege bemühen müssen. Niemand wird die Qualität ihrer Produkte, die Frische, die mit ihr einhergeht, anzweifeln. Doch besteht immer noch das Problem, dass diese Produkte gerade in kleineren Wohneinheiten mit nur wenig Stauraum für TK-Produkte sich in Zeiten der Bevorratung nicht gut eignen.

Doch ist es nicht wünschenswert, dass die Tiefkühlwirtschaft sich deshalb in die Ecke drängen lässt.  Innovative Ideen werden nun gebraucht. Am besten, man befragt den Betroffenen, den Verbraucher, wie er sich in weiteren Notsituationen verhalten würde. Ob er nach der jetzigen Erfahrung anders an die Erstellung eines Vorrates herangehen oder vielleicht nach wie vor darauf vertrauen würde,

Richtig: Die „neue Normalität“, was immer dieser Begriff auch letztlich bedeuten mag, benötigt neue Wege, neue Strukturen. Ob diese sich nun auf die Absatzzahlen auswirken wird, kann man erst mit ein wenig Abstand sehen. Doch eines ist sicher: Solange die Tiefkühlwirtschaft so stark gefragt ist wie zum heutigen Zeitpunkt, braucht sie sich keine ernsthaften Gedanken machen. Doch auf lange Sicht wird sie nicht ohne etwas Neues auskommen können.